In Erfurt setzen wir für die geotechnische Baugrubenüberwachung inklinometerketten und geodätische Präzisionsmessungen ein, die Verformungen am Verbau millimetergenau erfassen. Die Thüringer Landeshauptstadt mit ihren 214.000 Einwohnern ist geprägt von verwittertem Keupertonstein im Süden und quartären Aueablagerungen entlang der Gera. Gerade in der Altstadt mit ihrer dichten Bebauung und den oft nur 3 bis 5 Meter breiten Gassen ist die Kontrolle von Setzungen an Nachbargebäuden unverzichtbar. Bei tiefen Baugruben kombinieren wir die Überwachung mit einem Pfahlbelastungstest wenn rückverankerte Trägerbohlwände als Baubehelf vorgesehen sind, und ergänzen bei sensiblen historischen Bauwerken die Beweissicherung durch Erschütterungsmessungen zum Schutz der Bausubstanz.
Die Messlatte liegt am Setzungsbolzen des Nachbarfirsts. Was der inklinometer in 18 Meter Tiefe misst, entscheidet über den Bauablauf.
Angewandte Methodik in Erfurt

Lokale geotechnische Bedingungen in Erfurt
Die Bodenverhältnisse in Erfurt wechseln auf kurzer Distanz. Am Petersberg steht der Bauherr auf tragfähigem Keuper, während im Brühlerviertel und entlang der Geraaue schon in zwei Metern Tiefe rollige Sand-Kies-Gemische mit hohem Grundwasserandrang anstehen. Dieser Kontrast führt zu völlig unterschiedlichen Bauwerksreaktionen. Eine unzureichend instrumentierte Baugrube im Lockergestein kann innerhalb weniger Stunden zu Setzungsrissen in der Nachbarbebauung führen – klassische Schadensbilder, die wir durch tägliche Auswertung der Messdaten verhindern. Gerade in den gründerzeitlichen Quartieren mit ihren flach gegründeten Kellerwänden ist die Kombination aus geodätischem Monitoring und automatisierten Extensometern Pflicht. Bei Aushubtiefen über 8 Metern in diesen kritischen Zonen empfehlen wir ergänzend einen Standrohrversuch zur Durchlässigkeit um Grundwasserabsenkungen verformungsarm zu steuern.
Unsere Leistungen
Unser Leistungsspektrum für die geotechnische Baugrubenüberwachung in Erfurt deckt die messtechnische Begleitung vom ersten Aushubhub bis zur Endabnahme ab. Alle Messsysteme werden vor Ort kalibriert und auf den lokalen Baugrund abgestimmt.
Inklinometer- und Extensometermessungen
Einbau von PVC-Gleitrohren hinter der Verbauwand oder im Dammkörper zur Erfassung horizontaler Verschiebungen und Messung der Tiefenlage von Gleitflächen. Extensometer dokumentieren Hebungen der Baugrubensohle.
Geodätische Setzungs- und Deformationskontrolle
Präzisionsnivellement und Tachymetermessungen an Setzungsbolzen an angrenzender Bebauung, Fahrbahnen und Versorgungsleitungen mit automatischer Auswertung und Ganglinien.
Kraft- und Spannungsmessung am Verbau
Messung von Ankerkräften mittels hydraulischer Druckkissen, Steifenkraftmessdosen und Dehnmessstreifen an Aussteifungselementen zur Sicherstellung des planmäßigen Lastabtrags.
Häufige Fragen
Was kostet eine geotechnische Baugrubenüberwachung in Erfurt?
Die Kosten richten sich nach Aushubtiefe, Anzahl der Messquerschnitte und Überwachungsdauer. Für ein typisches innerstädtisches Projekt mit 6 bis 8 Metern Tiefe und 3-monatiger Bauzeit liegen die Aufwendungen im Bereich von €870 bis €2.390. Bei tiefen Baugruben über 12 Meter mit automatisierten inklinometerketten und täglicher Datenauswertung kann der Aufwand entsprechend höher ausfallen. Wir erstellen ein auf Ihr Bauvorhaben zugeschnittenes Messkonzept.
Ab welcher Aushubtiefe ist eine messtechnische Überwachung in Thüringen vorgeschrieben?
Die EAB und die DIN 4123 geben klare Vorgaben. In Erfurt mit seiner sensiblen Nachbarbebauung raten wir bereits ab 4 Meter Aushubtiefe zu einer messtechnischen Begleitung, auch wenn die Behörde erst ab 7 Metern zwingend ein Messprogramm fordert. Entscheidend ist das Gefährdungsbild: Stehen Nachbargebäude innerhalb des Setzungstrichters, ist die Überwachung unabhängig von der Tiefe notwendig.
Welche Messgenauigkeit erreichen Ihre inklinometer?
Unsere digitalen Zweiachssonden erfassen Neigungsänderungen mit einer Auflösung von 0,01 mm/m. Über eine Messkette von 20 Metern Länge bedeutet das eine Reproduzierbarkeit der Verschiebung von unter 2 Millimetern. Die Messung erfolgt in beiden orthogonalen Achsen, sodass wir sowohl die Verformung senkrecht zur Baugrubenwand als auch Längsverschiebungen dokumentieren.
Wie schnell werden Messdaten im kritischen Fall ausgewertet?
Während der Aushubphase werten wir die Messdaten werktäglich aus. Bei Überschreitung von 70 Prozent des rechnerischen Warnwerts erfolgt eine sofortige Benachrichtigung des Bauleiters per SMS. Die Ganglinien liegen spätestens am Folgetag als bemaßter Plan vor. Bei automatisierten Systemen mit Datenlogger ist eine Echtzeitübertragung auf das Endgerät des verantwortlichen Ingenieurs möglich.