Wer in Erfurt eine Straße baut, merkt schnell: Der Boden unter der Altstadt rund um den Domhügel ist ein völlig anderer als draußen in den Gewerbegebieten von Stotternheim oder im feuchten Geratal. In der Innenstadt trifft man oft auf tragfähigen Keuper, während in den nördlichen Randbezirken mächtige Lössschichten und weicher Auelehm die Tragfähigkeit begrenzen. Genau diese Unterschiede entscheiden über den Aufbau einer flexiblen Fahrbahn. Eine pauschale Standardlösung funktioniert hier nicht. Wir kombinieren die strukturelle Bemessung nach den RStO mit lokalen Bodenkennwerten aus dem CBR-Versuch, um den Asphalt- und Tragschichtaufbau millimetergenau an die thüringische Geologie anzupassen – bevor die erste Walze rollt. Die Erfahrung aus dutzenden Projekten im Erfurter Becken zeigt: Wer den Untergrund ignoriert, riskiert binnen weniger Jahre Spurrinnen und Rissbilder, die eine Komplettsanierung erzwingen.
Eine flexible Fahrbahn in Erfurt muss 75 Kelvin Temperaturspreizung und stark wechselnde Untergrundverhältnisse in einer einzigen Dimensionierung vereinen.
Angewandte Methodik in Erfurt

Lokale geotechnische Bedingungen in Erfurt
Was wir in Erfurt immer wieder beobachten: Wenn ein Bauherr die obligatorische Frostprüfung im Labor einspart und nach Tabellenwerten bemisst, treten nach dem dritten Winter die ersten Längsrisse auf. Besonders tückisch sind die linsenförmigen Lösslehm-Einlagerungen im Nordosten der Stadt – sie sind oft nur wenige Meter mächtig, aber extrem frostempfindlich und sackungsanfällig. Ein weiteres Risiko liegt in der Verwechslung von flexibler und starrer Bauweise bei innerstädtischen Bushaltestellen und Kreisverkehren: Die hohe Schubspannung aus dem Anfahr- und Bremsverkehr erfordert in diesen Zonen eine erhöhte Standfestigkeit der Asphaltbinderschicht, notfalls mit einer zusätzlichen Asphalttragschicht. Unser Team nimmt daher immer Bohrkerne aus der Bestandsfahrbahn, um die Resttragfähigkeit der alten Schichten zu bewerten, bevor wir den neuen Oberbau dimensionieren – eine reine Neubau-Bemessung nach Straßenkategorie greift bei Überbauung im Bestand oft zu kurz.
Unsere Leistungen
Unsere Leistungen rund um die Bemessung flexibler Fahrbahnen in Erfurt decken den gesamten Prozess ab – von der ersten Baugrunderkundung bis zur Asphaltrezeptur. Wir arbeiten nicht mit pauschalen Lastklassen, sondern rechnen jede Schicht auf Basis lokaler Materialkennwerte.
Geotechnische Voruntersuchung & CBR-Tests
Entnahme gestörter und ungestörter Bodenproben in Erfurter Stadtteilen; Bestimmung des CBR-Wertes im Labor nach DIN EN 13286-47 zur Festlegung der Tragschichtdicke.
Mehrschichtige Fahrbahnbemessung nach RStO
Rechnerische Dimensionierung der Asphaltdecke, Binder- und Tragschicht für Belastungsklassen Bk1,0 bis Bk100 unter Berücksichtigung der Erfurter Frosteinwirkungszonen (Zone II).
Asphaltmischgut-Optimierung
Auswahl polymermodifizierter Bindemittel (PmB 25/55-55) und Gesteinskörnungen für hohe thermische Beständigkeit – getestet im Spurbildungsversuch bei 60 °C.
Qualitätssicherung auf der Baustelle
Verdichtungskontrolle mittels dynamischem Plattendruckversuch (Evd) und Bohrkernentnahme zur Überprüfung von Hohlraumgehalt und Schichtdicken am fertigen Bauwerk.
Häufige Fragen
Was kostet eine Bemessung flexibler Fahrbahnen für ein Erschließungsgebiet in Erfurt?
Für ein typisches Wohn- oder Gewerbegebiet in Erfurt mit CBR-Tests, Frostbemessung und mehrschichtigem Aufbau nach RStO bewegen sich die Honorare zwischen 1.460 und 5.160 Euro. Der genaue Aufwand hängt von der Zahl der nötigen Baggerschürfe und der Verkehrsbelastung ab – eine Industriestraße mit Bk10 erfordert mehr Laborversuche als eine Anliegerstraße mit Bk1,8.
Warum reichen Standardtabellen aus der RStO für Erfurt oft nicht aus?
Die RStO-Tabellen setzen eine Bodengruppe mit bekannter Frostempfindlichkeit voraus. In Erfurt wechselt der Baugrund aber auf kürzester Distanz zwischen Keuperhängen und Auelehm – ohne eigene CBR- und Frostversuche riskiert man eine Unterbemessung der Tragschicht, die in den ersten Wintern zu Frostaufbrüchen führt.
Welche Asphaltschichtdicke ist für einen Buswartebereich in der Erfurter Innenstadt nötig?
An Bushaltestellen mit hoher Schubspannung rechnen wir meist mit einer 4 cm starken polymermodifizierten Deckschicht und einer 8 cm dicken Binderschicht. Die gesamte bituminöse Dicke liegt dann bei rund 12 cm, was über der Standard-RStO für vergleichbare Sammelstraßen liegt – aber die Spurrinnenbildung an den Haltepunkten drastisch reduziert.