Erfurt
Erfurt, Germany

Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) in Erfurt – Wasserdurchlässigkeit präzise bestimmen

In Erfurt sehen wir bei Baugrunduntersuchungen oft Überraschungen unter der Oberfläche. Der Gera-Fluss hat über Jahrtausende feine Auelehme und sandige Kiese abgelagert, während der Muschelkalk im Untergrund für klüftige Horizonte sorgt, die plötzlich große Wassermengen führen können. Genau hier setzt der Felddurchlässigkeitsversuch nach Lefranc und Lugeon an. Pumpversuche liefern oft nur integrale Werte, aber wenn Sie für eine Versickerungsanlage am Stadtrand von Erfurt oder eine Baugrubenwasserhaltung in der Altstadt einen schichtgenauen kf-Wert brauchen, führt kein Weg an diesem In-situ-Test vorbei. Wir kombinieren die Bohrlochversuche oft mit einer Korngrößenanalyse aus gestörten Proben, um die Ergebnisse statistisch abzusichern und Übertragungsfehler vom Labor aufs Gelände zu minimieren.

Ein schichtgenauer kf-Wert aus dem Lefranc-Test spart oft mehr Geld, als drei konservative Annahmen im Gutachten kosten.

Angewandte Methodik in Erfurt

Die geotechnische Erkundung in Erfurt profitiert von einer Besonderheit: Die pleistozänen Terrassenschotter sind ideale Grundwasserleiter, aber ihre Durchlässigkeit schwankt je nach Feinanteil erheblich – zwischen 5×10⁻⁵ und 5×10⁻³ m/s sind keine Seltenheit. Der Lefranc-Test mit konstanter oder fallender Druckhöhe erfasst diese Spanne in Lockergesteinen zuverlässig, während der Lugeon-Test im klüftigen Fels mit fünf Druckstufen arbeitet und so auch die Dilatation der Trennflächen dokumentiert. In Erfurts Norden, wo der Keuper ansteht, helfen die Druckstufen, zwischen Matrix- und Kluftdurchlässigkeit zu unterscheiden. Für kombinierte Fragestellungen zur Standsicherheit tiefer Baugruben im quartären Kies empfehlen wir ergänzend eine Böschungsstabilitätsanalyse, denn hohe Wasserdrücke im Hangenden reduzieren die effektive Scherfestigkeit oft drastisch.
Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) in Erfurt – Wasserdurchlässigkeit präzise bestimmen
Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) in Erfurt – Wasserdurchlässigkeit präzise bestimmen
ParameterTypischer Wert
Prüfnorm LockergesteinDIN EN ISO 17892-11
Prüfnorm FelsLugeon-Verfahren (Houlsby 1976)
Bohrdurchmesser Lefranc100–200 mm
Druckstufen Lugeon5 (je 10 min)
Messbereich kf1×10⁻⁷ bis 1×10⁻² m/s
Testintervalle0,5 bis 5,0 m
Genauigkeit±15 % vom Messwert

Lokale geotechnische Bedingungen in Erfurt

Erfurt liegt auf etwa 200 m ü. NHN, und mit 215.000 Einwohnern wächst der Siedlungsdruck – Neubauten rücken in Bereiche mit unsicherer Versickerungsfähigkeit. Die größte Kostenfalle entsteht, wenn der Baugrundgutachter den kf-Wert aus Tabellen ableitet, statt ihn zu messen: Eine um den Faktor 3 unterschätzte Durchlässigkeit führt zu überdimensionierten Rigolen oder im schlimmsten Fall zu einem vernässten Grundstück, weil das Regenwasser nicht abfließt. Auch bei der Wasserhaltung für den Stadtbahn-Tunnelbau unter der Innenstadt ist der Lugeon-Test im klüftigen Muschelkalk unverzichtbar – hier geht es nicht nur um Kosten, sondern um die Sicherheit der Baugrube. Ein verlässlicher kf-Wert ist kein Nice-to-have, sondern Ihre Versicherung gegen Nachtragsforderungen und Bauverzögerungen.

Benötigen Sie eine geotechnische Bewertung?

Antwort innerhalb von 24h.

Anwendbare Normen: DIN EN ISO 17892-11:2019 – Laborversuche an Bodenproben – Bestimmung der Wasserdurchlässigkeit, DIN 18130-1 – Baugrund – Versuche und Versuchsgeräte – Bestimmung des Wasserdurchlässigkeitsbeiwerts, DWA-A 138 – Planung, Bau und Betrieb von Anlagen zur Versickerung von Niederschlagswasser, DIN 4094-3 – Baugrund – Felduntersuchungen – Teil 3: Bohrlochversuche

Unsere Leistungen

Unser Leistungsspektrum für die Durchlässigkeitsprüfung in Erfurt deckt alle relevanten Baugrundsituationen ab – vom oberflächennahen Sickertest bis zur tiefen Felsinjektion.

Lefranc-Test in Bohrungen

Klassischer Versuch mit konstanter oder fallender Druckhöhe in verrohrten Bohrungen. Ideal für Lockergesteine und die Bemessung von Versickerungsanlagen nach DWA-A 138 im Erfurter Stadtgebiet.

Lugeon-Test im Fels

Mehrstufiger Packertest für klüftige Gesteine. Wir erfassen den RQD und die Kluftöffnungsweite, um die Gebirgsdurchlässigkeit für Tunnel- und Tiefbauprojekte im Thüringer Muschelkalk zu quantifizieren.

Kombinierte Durchlässigkeitsprofile

Wechsellagerungen aus Auelehm und Terrassenschotter erfordern eine angepasste Teststrategie. Wir erstellen tiefenorientierte kf-Profile mit beiden Verfahren und liefern die Eingangsparameter für Ihr Grundwassermodell.

Häufige Fragen

Was kostet ein Felddurchlässigkeitsversuch in Erfurt?

Für einen Lefranc- oder Lugeon-Test inklusive Ausrüstung, Durchführung und Auswertung liegen die Kosten üblicherweise zwischen €580 und €880 pro Testintervall. Der genaue Preis hängt von der Bohrtiefe, der Anzahl der Intervalle und dem logistischen Aufwand auf Ihrer Baustelle ab. Wir erstellen Ihnen gern ein verbindliches Angebot nach einer kurzen Projekteinschätzung.

Wie lange dauert ein Lugeon-Test im Fels?

Ein einzelner Lugeon-Test mit fünf Druckstufen à 10 Minuten plus Vor- und Nachbereitung nimmt etwa 90 Minuten in Anspruch. Bei mehreren Intervallen in einer Bohrung rechnen Sie pro Tag mit drei bis vier Prüfstrecken, abhängig von den Spülbedingungen und der Kernbettqualität im Muschelkalk.

Reicht ein Laborversuch zur Bestimmung des kf-Werts aus?

Nur bedingt. Laborversuche an Sonderproben nach DIN EN ISO 17892-11 liefern Werte am Korngerüst ohne das natürliche Gefüge, die Klüftung oder Makroporen. Besonders in den inhomogenen Auelehmen und Schottern des Gera-Tals weichen Laborwerte oft um eine Größenordnung vom Feldwert ab. Für eine wirtschaftliche und normkonforme Bemessung von Versickerungsanlagen ist der In-situ-Test daher zwingend erforderlich.

Abdeckung in Erfurt