Der Untergrund in Erfurt ist geprägt von den Ablagerungen der Gera und ihrer pleistozänen Terrassenkiese, die in Tallage oft von bis zu vier Metern Auelehm überdeckt werden. Wer hier baut, kennt die Spanne zwischen dem standfesten Muschelkalk der Steigerwaldhänge und den setzungsempfindlichen Beckensedimenten der Innenstadt. Genau hier setzt die Korngrößenanalyse an: Sie liefert die Kornverteilung, die über Entwässerung, Verdichtbarkeit und Frostempfindlichkeit entscheidet. Unser akkreditiertes Labor führt die kombinierte Analyse aus Trockensiebung und Aräometerverfahren nach DIN EN ISO 17892-4 durch. Der Befund geht direkt in die Baugrundbeurteilung ein, ob für den Neubau im Andreasviertel oder die Erweiterung eines Gewerbebaus im Norden der Stadt. Ergänzend lassen sich mit einer SPT-Bohrung die Lagerungsdichte vor Ort bestimmen und mit einer Schürfgrube die Schichtgrenzen im Anstehenden visuell ansprechen.
Die Kornverteilungskurve entscheidet über die Standsicherheit einer Gründung im Erfurter Becken: Wer den Feinkornanteil unterschätzt, riskiert Frosthebung und Setzungsschäden.
Angewandte Methodik in Erfurt

Lokale geotechnische Bedingungen in Erfurt
Der Unterschied zwischen einem Bauplatz im Brühlerviertel und einer Hanglage in Bischleben könnte kaum größer sein. Im Brühl dominiert der Auelehm mit Feinkornanteilen bis 50 Prozent, was bei Wasserzutritt zu Konsistenzverlust und langen Konsolidierungszeiten führt. In Bischleben liegt der Muschelkalk oberflächennah an, hier sind die Kornfraktionen grob und durchlässig. Eine fehlende oder fehlerhafte Korngrößenanalyse verfälscht die Bodenklassifikation und damit die Wahl des Gründungssystems. Wird ein bindiger Boden fälschlich als durchlässig eingestuft, versagen Dränagen, und es kommt zu hydraulischem Grundbruch. Bei Straßenbauprojekten im Erfurter Norden, wo die Lössmächtigkeit teils über zwei Meter beträgt, bestimmt die Kornverteilung zudem die Frostempfindlichkeitsklasse nach ZTV E-StB. Das Risiko späterer Frostschäden lässt sich nur durch eine belastbare Sieblinie ausschließen.
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Unsere Leistungen
Die Korngrößenanalyse ist Teil einer abgestimmten Baugrunderkundung in Erfurt. Je nach Fragestellung kombinieren wir sie mit folgenden Labor- und Feldversuchen:
Kombinationspaket Siebung + Aräometer
Vollständige Kornverteilungskurve von 0,001 mm bis 63 mm. Inklusive Kennwertberechnung (Cu, Cc), Bodengruppenbestimmung nach DIN 18196 und Abschätzung des Durchlässigkeitsbeiwerts kf.
Atterberg-Grenzen
Bestimmung von Fließ- und Ausrollgrenze für bindige Böden. In Verbindung mit der Kornverteilung ergibt sich die Plastizitätszahl, relevant für die Tragfähigkeitsbewertung der Erfurter Beckentone.
Proctorversuch
Ermittlung der Trockendichte und des optimalen Wassergehalts. Wichtig für den Erdbau in den Lössgebieten des Thüringer Beckens, direkt abgestimmt auf die Sieblinie des anstehenden Materials.
Durchlässigkeitsversuch
Laborversuche mit konstantem oder fallendem Druck zur direkten kf-Wert-Bestimmung. Notwendig für die Dimensionierung von Versickerungsanlagen in den grundwassernahen Auebereichen der Gera.
Häufig gestellte Fragen
Welche Bodenarten lassen sich mit der kombinierten Analyse erfassen?
Das Verfahren deckt das gesamte Korngrößenspektrum von Ton über Schluff, Sand und Kies bis zu Steinen und Blöcken ab. Die Trockensiebung erfasst alle Fraktionen oberhalb 0,063 mm, das Aräometerverfahren die Feinteile darunter. So entsteht eine lückenlose Kornsummenkurve, die den Boden eindeutig klassifiziert.
Mit welchen Kosten muss ich für eine Korngrößenanalyse in Erfurt rechnen?
Für die kombinierte Analyse aus Siebung und Aräometerverfahren liegen die Kosten je nach Probenanzahl und Aufbereitungsaufwand zwischen €90 und €150 pro Probe. Bei größeren Probenumfängen oder wiederkehrenden Aufträgen erstellen wir gern ein individuelles Angebot.
Wie lange dauert es, bis die Ergebnisse vorliegen?
Eine Routineanalyse benötigt drei bis fünf Werktage ab Probeneingang. Wenn es schneller gehen muss, bieten wir einen Express-Service an. Die Dauer hängt vom Feinkornanteil ab: Stark tonige Proben brauchen länger in der Aräometerphase als sandige Böden.
Benötige ich die Korngrößenanalyse auch für den Straßen- und Wegebau?
Ja, unbedingt. Die Kornverteilung bestimmt nach ZTV E-StB die Frostempfindlichkeitsklasse des Untergrunds und ist Grundlage für die Wahl der Frostschutzschicht. Gerade in den Löss- und Auelehmgebieten Erfurts lassen sich so teure Frosthebungen vermeiden.